Welche Arten von Optionsscheinen gibt es?

Optionsscheine haben oft einen schlechten Ruf – zu Unrecht, wie ich meine. Viele Börsenratgeber raten von Optionsscheinen ab, doch ich bin ein großer Fan dieser Derivate. Optionsscheine ermöglichen es auch kleinen Anlegern, eine Aktie gehebelt auf ihrem Weg nach oben zu begleiten.

Ich persönlich arbeite mit den folgenden Arten von Optionsscheinen:

Klassische Optionsscheine

Sie sind sozusagen der „kleine Bruder“ von Optionen. Immer wieder hört man, dass Optionen besser sind als Optionsscheine. Das ist aber pauschal so nicht richtig.

Optionen für US-Aktien sind beispielsweise über die meisten deutschen Broker gar nicht handelbar, weil diese keinen Zugang zu den Terminbörsen bieten.

Wer einen solchen Broker hat, braucht viel Kapital, besonders wenn es lang laufende Optionen auf Aktien mit einem hohen Preis sein sollen. Ich hatte beispielsweise in meinem Depot lange Zeit einen Optionsschein auf Amazon, der etwa 10 Euro gekostet hat. Eine entsprechende Option hätte 100.000 Euro gekostet.

Klassische Optionsscheine haben keine Knock-Out-Barriere, aber einen zeitlichen Verfall. Das bedeutet: Während der Laufzeit können sie schwanken wie sie wollen. Wertlos werden sie nur, wenn sie am Laufzeitende unter ihrem Basispreis stehen.

Knock-Out-Optionsscheine

Knock-Outs sind grundlegend anders konstruiert. Sie haben oft keinen zeitlichen Verfall, aber eine Knock-Out-Schwelle. Wird diese unterschritten, wird das Knock-Out-Ereignis ausgelöst.

Deswegen empfehle ich Knock-Outs nur dann, wenn Aktien mit einem kleinen Hebel von maximal 2,5 begleitet werden sollen.

Denn: Je höher der Hebel, desto näher ist die Knock-Out-Schwelle am aktuellen Preis.

Knock-Outs haben bei verschiedenen Emittenten die unterschiedlichsten Namen, zum Beispiel Turbo-Bull, Turbo-Unlimited, Open-End-Turbo, Call-Sprinter, Mini-Future, Endlos-Turbo-Call oder einfach Turbo-Optionsschein.

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